5 meiner Glücksmomente im SpielRaum

11 Sep, 2023

4

Baby krabbelt aus dem Pikler-Tunnel und freut sich

Hallo, hier schreibt Daniela.

Ich unterstütze dich dabei, eine respektvolle und authentische Beziehung zu Kindern zu leben, ohne dabei deine eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Auf meinem Blog findest du Infos zur Pikler-Pädagogik, Tipps rund um das Leben mit Kindern, sowie Spielideen und Geschichten. Mach es dir einfach, lehn dich zurück und genieße.

Das Buffet an Glücksmomenten ist reich gedeckt“ – Sabine Piarry, Vernetzungsspezialistin und Marktforscherin, ruft zu einer Blogparade auf, die mich sofort hellhörig macht.

Gerade jetzt, wo bei mir manches gar nicht so rund läuft, wie ich mir das noch Anfang des Jahres vorgestellt habe, spricht mich dieser Titel so stark an. Gerade jetzt, in den ersten Tagen des neuen Kindergartenjahres, wo mir (ja, auch schmerzlich) bewusst wird, dass ich nicht mehr in den Kindergarten gehen werde, weil ich diese Türe vor dem Sommer für immer geschlossen habe. Gerade jetzt, wo ich damit beschäftigt bin, in der Vergangenheit zu schwelgen und gerade jetzt, wo das Loslassen und Akzeptieren so viel Kraft kostet.

Gerade jetzt bedanke ich mich herzlichst für diese Blogparade und freue mich darauf, mein reich gedecktes Buffet voller Glücksmomente zu betrachten, herzhaft zuzugreifen und mich daran zu sättigen.

1) Mein SpielRaum – mein höchstes Gut

Mein SpielRaum befindet sich im Keller meines Hauses im Mittelburgenland. Kaisersdorf kennt zwar fast niemand, ist aber trotzdem gut zu erreichen. In meinem SpielRaum biete ich Pikler-SpielRäume für Kinder von 0-3 in Begleitung ihrer Eltern, Eltern-Baby-Teestunden, sowie SandSpielRäume für die ganze Familie an. Hin und wieder finden dort auch Workshops oder Mamakreise statt.

Der starke Regen im Sommer hat meinem Raum ziemlich zugesetzt. Die Wände wurden von unten feucht und der Putz begann, an manchen Stellen abzubröckeln. Also haben wir in den letzten Tagen mit vereinten Kräften neu ver- und ge-putzt, ausgemalt und umgestaltet. Das Ergebnis ist für mich pures Glück. Was für einen wunderbaren Raum ich hier geschaffen habe für all die kleinen und großen Menschen, die ich begleiten darf!

Und auch, wenn ich Putzen nicht zu meinen favorisierten Tätigkeiten zähle, so ist die Beschäftigung mit dem Raum und mit dem schönen Material eine glücksbringende. Denn das alles gehört mir, ich muss es mit niemandem teilen, ich berühre gerne die schönen Dinge und liebe es, sie sauber zu machen, sie zu sortieren, aufzustellen und darzubieten.

Und wenn am Ende alles fertig ist, ich hier noch ein wenig still sitze und genieße, dann spüre ich auch ein wenig Stolz darüber, was ich geschaffen habe. Einen Raum, der Wertschätzung und Gemütlichkeit ausstrahlt und meine Gäste auf eine natürliche Art Willkommen heißt. Das nenne ich Glück. Meinen Job dort ausüben zu dürfen, wo ich mich selbst am Wohlsten und zu Hause fühle.

2) Die Freude der Kinder ist meine Freude

Wenn ich im Pikler-SpielRaum oder in der Eltern-Baby-Teestunde Kinder begrüße, dann bereite ich den Raum immer wohl überlegt vor. Ich überlege mir vorab, wie viele Kinder und Eltern kommen werden, wie alt diese Kinder sind und womit sie sich am liebsten beschäftigen. Das Spielmaterial wähle ich sorgsam aus. Manche Kinder kenne ich bereits gut. So weiß ich, dass Lennard gerne die Tischtennisbälle durch den Raum hüpfen lässt und Lilli jedes Mal nach der Giraffe verlangt, die sie dann die ganze Spielstunde über nicht aus der Hand gibt.

Was ich in den SpielRäumen sehen kann, sind kleine Dinge, die das Leben der Kinder, ihrer Eltern und mich selbst bereichern.

Da ist Anna, die sich so viel Mühe gibt, um den Ring, der vor ihr liegt, zu erreichen. Es fehlt nur noch ein Zentimeter, gleich ist sie da. Ich spreche mit ihr, während sie sich am Bauch liegend streckt: „Du machst dich ganz lang, dein Arm wird den Ring gleich zu fassen kriegen!“ Sie sieht mich kurz an, fixiert nochmal den Ring, um dann mit kleinen seitlichen Bewegungen in ihrer Hüfte weiter nach vorne zu rutschen. Geschafft! Sie greift nach dem Ring, lächelt kurz, dreht sich auf den Rücken und begutachtet ihn mit beiden Händen. Dass sie das geschafft hat, ist alleine ihr Werk!

Was wäre, wenn ich ihr den Ring hingeschoben hätte? Wenn ich sie vor der Anstrengung bewahrt hätte?

Das ist nur eine Sequenz von vielen, die mir in meiner Arbeit mit den Kindern begegnen. Jeder noch so kleine Schritt, jeder Erfolg und jede freudige Entdeckung, die den Kindern Freude bereitet, spiegelt sich bei mir wider.

Der Pikler-SpielRaum bietet unzählige Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren, seinen Körper kennenzulernen und damit seine Fähigkeiten selbst gut einschätzen zu können.

2) Gestärkte Mamas aus dem Mamakreis

Ich beginne meine Mamakreise natürlich immer mit einer Begrüßung und erzähle ein bisschen, was mich gerade beschäftigt. Danach gebe ich das Wort im Kreis weiter. Jede Teilnehmerin darf erzählen und sagen, was gerade gesagt werden soll. Und das so lange, wie sie dazu braucht.

Dieser Dialogkreis hat eine außerordentliche Stärke. Denn es gibt kein bestimmtes Thema, alles, was du auf dem Herzen hast, darf sich Luft verschaffen. Dadurch verliert es schnell an Kraft und Schwere.

Und das ist auch das Spannende daran, dass ich vorher nie weiß, wohin es gehen wird und was der Output eines solchen Gesprächskreises ist. Denn immer wieder kristallisiert sich immer ein bestimmtes Thema heraus, das näher betrachtet werden will. Es spürt sich an, als würden wir uns aufeinander einschwingen. Erst etwas unregelmäßig und holprig, aber mit der Zeit verbindet sich der ganze Kreis.

Ziel des Mamakreises ist es, sich gegenseitige Unterstützung und Halt zu geben in schwierigen oder herausfordernden Situationen. Dafür braucht es gar keine sofortigen Lösungs- oder Ratschläge, sondern einfach nur das Gefühl, dass jemand da ist, der zuhört. Der aufmerksam ist und den dein Thema interessiert, der mitdenkt und seine Gedanken teilt. Und dann, nach 2 Stunden sitze ich fünf strahlenden Mamas gegenüber, die mir in der Abschlussrunde erzählen, wie gestärkt sie sich fühlen und was jede einzelne mitnehmen darf.

Diese Runden bescheren mir jedes Mal tiefe Zufriedenheit. Das Gefühl, dazu beitragen zu können, dass eine Mama selbstsicher, klar und orientiert in die nächste Situation mit ihren Kindern geht.

Am 6. September beginnt die Semestergruppe der „Mama-Apfelstrudelrunde“! Schau gerne hier rein, wenn dich das interessiert!

4) AHA-Momente im Elterncoaching

In meinen Beratungsgesprächen bitte ich Eltern immer, vorab eine Herausforderung in einer ganz bestimmten Situation zu benennen. Das kann das Zähneputzen oder das Wickeln sein, das ständige Aufwachen in der Nacht oder eine ganz konkrete Konfliktsituation. Mit einem Protokoll in der Hand lässt sich eine Situation viel leichter analysieren und wir können gemeinsam nach Lösungen suchen.

Ich nehme mir ganz bewusst für jedes Gespräch bis zu 90 Minuten Zeit. Das bedeutet, dass das Ankommen stressfrei sein kann und nicht besetzt ist von der Angst, eventuell zu kurz zu kommen. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Aufmerksamkeitsspanne, die ich mit dieser Flexibilität berücksichtigen kann.

Meine Gespräche mit Eltern bieten gleichzeitig pädagogische Wissens-und Methodenvermittlung und hochwertiges Coaching. Ich sehe mich nicht als allwissende Lehrerin, die Lösungen vorgibt. Ich höre zu, frage nach und versuche in erster Linie, ein Verständnis für die Situation zu bekommen. Weil wir alle Individuen sind, sind alle Lösungen unterschiedlich. Was für dich passt, muss nicht zwingend für mich passen.

Deshalb gehe ich mit keiner Erwartung in die Gespräche. Ich bereite mich nicht darauf vor, sondern lasse mich auf einen Prozess ein. Ich bitte Eltern, ein Ziel für das Gespräch zu formulieren, an dem wir Schritt für Schritt gemeinsam arbeiten wollen. Und wenn dann, während eines solchen Gesprächs ein Spalt aufgeht, ein Licht am anderen Ende erscheint, ein „Achso“ oder „Aha“ ertönt, dann wird mir warm ums Herz.

Hier kannst du ein kostenloses Kennenlerngespräch buchen, wenn dich mein Angebot anspricht!

5) Feedback, Kontakte, Beziehungen

Ich wohne in der mittelburgenländischen Pampa. Also dort, wo kaum jemand hinkommt, sogar der Bus verfährt sich an Werktagen nur viermal (oder so) nach Kaisersdorf.

Aaaaaber: In meinem Dorf gibt es ein Schwimmbad!

Und dieses Schwimmbad sorgt dann doch dafür, dass Menschen von rundherum hier her pilgern und an heißen Sommertagen ein gepflegtes, nettes und grünes Schwimmerlebnis genießen.

Und als das Thermometer im Sommer ca. 32 Grad zählte, bin ich auch dort gewesen. Ich war dort mit einer Freundin verabredet und gleichzeitig habe ich Menschen getroffen, die mit herzerwärmende Momente beschert haben.

  • Da war eine langjährige Freundin mit ihrem Kind, die mich ohne Worte, aber mit einer herzlichen und langanhaltenden Umarmung begrüßt hat. 
  • Da war die Mama mit ihren beiden schulpflichtigen Töchtern, die mich herzlichst begrüßt hat und mir erzählt hat, dass sie heute noch daran denkt, wie wertvoll sie die SpielRaumZeit erlebt hat. Dass die Sätze, die ich ihr mitgegeben habe, sich tief in ihr verankert haben und für ihr Mama-(Er)Leben unverzichtbar seien. 
  • Da war das Kindergartenkind, das mich nicht begrüßt hat, mir aber wenig später erzählt hat, dass es jetzt schon schwimmen kann. Und rutschen! Das mir seinen Stolz mitteilt, indem es mich fragt, ob ich zuschauen möchte, wenn er die wilde Rutsche hinunterrutscht. 
  • Und dann war da die Frau mit ihrer dreijährigen Tochter am Schoss, die von einer unangenehmen Situation mit einer Bekannten erzählt hat. Und, dass sie sich danach gefragt hätte: „Was hätte die Daniela gesagt oder getan?“

In diesem Moment ist mir bewusst geworden, in wie vielen Köpfen und Herzen ich mittlerweile gelandet bin. Das erfüllt mich mit großem Stolz und unendlicher Freude. Nämlich dass ich nachhaltig etwas bewirken kann. Dass das, was ich teile, in die Welt trage, egal ob mit Worten oder durch Taten, tatsächlich in einem achtsameren Miteinander endet. 

Erfüllt von Dankbarkeit, Freude und unbeschreibbarem Glück

4 Kommentare

  1. Gabi Kremeskötter

    Liebe Daniela,
    was es alles gibt! Deinen SpielRaum kannte ich noch nicht, aber das liegt wohl daran, dass ich schon lange aus den Mamaschuhen herausgewachsen, besser meine Kinder schon groß und erwachsen sind:-) Ich könnte bald Oma sein, lach… Ganz sicher wäre mir so ein Raum wie du ihn bietest das eine und andere Mal sehr hilfreich gewesen.
    Von daher: Spannend, dass du ihn geschaffen hast!
    Und dass da Glück auf der Tagesordnung steht, versteht sich von selbst, denn ja: Kinder sind pures Glück!
    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg dir,
    Gabi

    Antworten
    • Dani

      Vielen Dank, liebe Gabi!

      Antworten
  2. Birgit Buchmayer

    Liebe Daniela,
    Wie schön, dass du diese wertvollen Möglichkeiten für Mamas und Kinder schaffst. Das hätte ich mir auch damals gewünscht und wünsche es heute für alle Eltern und Kinder. Gemeinsam Zeit zu verbringen und gemeinsam zu wachsen ist doch so wichtig.
    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Birgit

    Antworten
    • Dani

      Vielen Dank, liebe Birgit! Achtsamkeit spielt eine große Rolle bei mir im SpielRaum und im Umgang mit den Kindern. Von da her haben wir doch einiges gemeinsam 🙂

      Antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. KW37/2023: Alle TCS-Blogartikel - The Content Society - […] 5 meiner Glücksmomente im SpielRaum […]

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Für dich bestimmt auch interessant…

Meine Sommer-Bucketlist 2023

Meine Sommer-Bucketlist 2023

Wenn du hier gelandet bist, denkst du jetzt vielleicht: "Warum hat sie denn jetzt noch eine Bucketlist für einen Sommer geschrieben, der schon halb um ist?" Ganz einfach. Im Zuge der Blogdekade im diesem August hole ich einige Themen aus der Content Society nach, weil...

mehr lesen
Was ist die Eltern-Baby-Teestunde?

Was ist die Eltern-Baby-Teestunde?

Die Eltern-Baby-Teestunde ist ein unverbindliches Zusammenkommen von Eltern mit Babys bis zum sicheren Krabbeln und den ersten Gehversuchen. In diesem Artikel versuche ich, dir einen kleinen Einblick in die achtsame Atmosphäre meiner Begleitung zu geben und erzähle...

mehr lesen

Wohin darf ich dir die Liste schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Sonnenletter gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

Geklappt! Bitte überprüfe dein Postfach und bestätige deine Email-Adresse.

Wohin darf ich dir die Leseprobe schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Wohin darf ich dir die Geschichtenwürfel schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Bitte hinterlasse mir deine Email-Adresse, damit ich dich über den nächsten Start zeitgerecht informieren kann.

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

Geklappt! Bitte überprüfe dein Postfach und bestätige deine Email-Adresse.

Wohin darf ich dir die Infos zum Workshop schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Sonnenletter gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Pin It on Pinterest

Share This
Cookie Consent mit Real Cookie Banner