Daniela Scheurer

gemeinsam.spielend.wachsen.

Daniela Scheurer

gemeinsam.spielend.wachsen.

Daniela Scheurer

gemeinsam.spielend.wachsen.

Spielideen im und mit Schnee

Spielideen im und mit Schnee

Wenn es schneit und frischer Schnee im Garten liegt, wollen Kinder einfach raus. Der weiche Schnee lädt ein zum Toben und Kugeln. Das erste, was uns dabei einfällt sind die Erinnerungen aus unserer eigenen Kindheit. Vermutlich hast du auch schon unzählige Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten gewonnen. Und natürlich bist du mit deinem Bob oder deinem Schlitten auch tausendmal den Sauseberg hinabgefahren. Vielleicht findest du hier noch mehr Ideen, die du im und mit Schnee machen kannst.

1) Barfuß gehen im Schnee

Wir laufen gerne barfuß im Schnee. Kneippen im Winter. Das Barfußlaufen im Schnee hat einen wunderbar gesunden Effekt. Es fördert die Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte. Die verbreitete Annahme, dass danach die Füße kalt bleiben, kann ich nicht bestätigen. Die Füße bleiben nach dem Schneetreten den ganzen Tag warm und danach fühlst du dich frisch und munter.

Kinder lieben diese Experimente. Sie fördern die sinnliche Wahrnehmung und unterstützen die Selbstwahrnehmung. Wann ist mir warm oder kalt?

Wer also mag, darf gerne eine Runde im Schnee laufen, bis die Füße rot sind. Spätestens, wenn die Füße vor Kälte schmerzen, steigen auch die Kinder wieder freiwillig in ihre warmen Socken und Schuhe. Also keine Sorge, sondern einfach mal ausprobieren!

2) Malen im Schnee

Sobald auf einem Auto oder dem Terrassentisch eine Schneeschicht liegt, wird darauf gemalt. Da entstehen schnell kleine Männchen oder Herzchen im Schnee. Das Malen im Schnee ist schon für sehr kleine Kinder geeignet. Dafür braucht es gar nicht viel und alles, was dabei herauskommt ist lustig und schön.

Du kannst aber auch mit bunten Farben direkt im Schnee malen. Die dazu benötigten Dinge sind schnell vorbereitet und befinden sich vermutlich auch in deinem Haushalt!

Das kannst du zum Malen im Schnee benutzen:

  • Lebensmittelfarbe
  • Eierfarbe
  • Wasserfarben
  • Fingerfarben
  • Spritzen
  • Sprühflaschen
  • Pinseln
Hier habe ich Lebensmittelfarbe in Schüsseln und Sprühfarben zur Verfügung gestellt
Schneekunst mit der Sprühflasche
Schneekunst aus der Spritze

3) Bauen mit Schnee

Das kennst du bestimmt noch aus deiner Kindheit. Denn auch du hast bestimmt schon einmal einen Schneemann gebaut, oder? Der Schneemann ist natürlich ein super Highlight, aber was kannst du noch alles aus Schnee bauen?

  • Baut doch mal eine ganze Schneefamilie. Dann steht der Schneemann auch nicht so ganz alleine im Garten, sondern hat an seiner Seite noch eine coole Frau und jede Menge süße Kinder.
  • Ein Iglu bauen. Wenn der Schnee schon ein bisschen älter ist, kannst du damit ein wunderbares Iglu bauen. Such dir dafür eine Box, in der du den Schnee zu Blöcken formen kannst. Eine schöne Bauanleitung findest du hier.
  • Mit Sandkübeln und Förmchen können Kinder nicht nur Schneekuchen backen, sondern auch verschiedene Schneeskulpturen bauen.
  • Eine Schneeburg als Rückzugsort für eine Schneeballschlacht.

4) Spuren im Schnee

Begib dich mit deinem Kind auf Spurensuche im Schnee.

  • Tierspuren suchen: War das die Katze oder der Hund? Vielleicht findet ihr sogar Spuren im Wald, die ihr noch nie gesehen habt?
  • Spuren selbst hinterlassen: Könnt ihr die Spuren der Tiere nachmachen? Daraus kann auch ein Ratespiel entstehen. Wessen Schuhe waren das?
  • Fahrzeugspuren erraten: Traktoren hinterlassen andere Spuren wie Autos. Und Fahrradspuren sind schmaler als Motorradspuren.
  • In den Spuren des anderen wandern: Kinder können in die Spuren ihrer Eltern steigen und umgekehrt. Kannst du so große Schritte machen wie Papa?
Kannst du solche Traktorspuren mit deinen Füßen nachmachen?

Viel Spaß!

Hier geht´s zu den dazu passenden Wintergeschichten:

Hier findest du meine liebsten Winterbilderbücher

Meine 7 besten Tipps für eine optimal vorbereitete Spielumgebung in den ersten Lebensjahren

Meine 7 besten Tipps für eine optimal vorbereitete Spielumgebung in den ersten Lebensjahren

Im freien Spiel lernt das Kind sich und die Welt kennen. Damit sich ein Kind alleine zufrieden beschäftigen kann, braucht es einige Voraussetzungen. Eine davon ist eine geeignete vorbereitete Umgebung, die sich an die Bedürfnisse des Kindes richtet und von den Erwachsenen gepflegt wird.

Hier findest du alle Informationen über die Spielentwicklung im 1. Lebensjahr

1) Wähle den richtigen Platz für den Spielbereich

Kinder spielen am liebsten dort, wo sich auch die Erwachsenen aufhalten. Überlege, in welchem Wohnbereich DU dich am wohlsten fühlst und DU dich am öftesten aufhältst. Ist es das Wohnzimmer, dann richte deinem Kind dort einen Spielbereich ein. Ein wunderschön eingerichtetes Kinderzimmer wird meist nicht bespielt, wenn sich die Bezugspersonen nicht auch dort aufhalten.

Das Kinderzimmer kannst du als zusätzlichen Spielbereich einrichten. Überlege dir, welches Spiel für welchen Raum geeignet ist. Darf das Bobbycar im ganzen Haus herumfahren, oder magst du es lieber auf das Kinderzimmer beschränken? Darf im Kinderzimmer gemalt werden, oder magst du lieber, dass das im Wohnzimmer unter deiner Beaufsichtigung passiert?

2) Schaffe eine JA! Umgebung

Am besten schaffst du einen Spielbereich, in dem alles erlaubt ist und dein Kind ungestört spielen kann. Die Spielumgebung sollte Schutz bieten vor ungebetenen Eindringlingen (z.B. Haustieren) oder häufigen Grenzsetzungen. Er kann mit Möbeln abgegrenzt oder auch von einem Spielgitter umgeben sein. Das hat den Vorteil, dass du nicht ständig keppeln und dauernd aufpassen musst, dass etwas passiert.

Nur wenn dein Kind ungestört und gefahrlos experimentieren kann, kann es sich auch wirklich in sein Spiel vertiefen. Es wird positive Erfahrungen machen und sich immer wieder gerne mit sich selbst beschäftigen. Wird der Dreijährige immer wieder von dem Baby beim Spielen gestört (oder umgekehrt)? Dann richte ihm einen eigenen Bereich, in dem er ungestört, aber in deiner Nähe für sich selbst aktiv sein kann.

3) Passe den Spielbereich den Bedürfnissen deines Kindes an

Eine optimale Spielumgebung bleibt nie gleich, sondern verändert sich bestenfalls immer wieder. Beobachte, womit sich dein Kind gerade gerne beschäftigt und stimme den Spielbereich darauf ab. Du kannst die Spielsachen von Zeit zur Zeit unter die Lupe nehmen und aussortieren. Räume unbespielte Dinge bei Seite und tausche die Spielmaterialien immer wieder aus. Das erhält die Neugierde und beseitigt Langeweile.

Hier findest du Spielmaterialien, die das freie Spiel deines Kindes in den ersten Lebensjahren unterstützen.

Du kannst die Spielumgebung so ausstatten, dass von allem ein wenig bereit steht. Offenes Material, das dein Kind jederzeit alleine verwenden kann, steht in Augenhöhe deines Kindes bereit. Gibt es Spiele, die du deinem Kind lieber in deinem Beisein anbietest? Dann lagere sie lieber etwas erhöht oder in einem anderen Bereich.

Häkelbällchen im Eierbecher
Im 2. Lebensjahr wird gerne sortiert, gesammelt und gruppiert

4) Präsentiere die Spielsachen wie eine Haubenköchin

Eine einladend vorbereitete Umgebung teilt deinem Kind mit, dass es wichtig ist und dass du interessiert daran bist, dass es sich aktiv und befriedigend beschäftigen kann. Denn dort, wo es einladend ist, halten wir uns auch gerne länger auf. Das ist schon bei jungen Kindern so und ändert sich nicht, wenn wir erwachsen sind. Gleiche Dinge kannst du in Körbchen präsentieren und für dein Baby auf dem Boden bereitstellen. Oder versuche auch einmal, verschiedene Dinge interessant anzuordnen. Ein Tuch in einem O-Ball versteckt, kann ein lustiges Beschäftigungsangebot sein. Stecke ein Holztier in eine Dose oder lege die Püppchen in ein Körbchen und decke sie zu.

Verändere die Präsentationen je nach Lust und Laune. Stelle für dein Baby die Stapelbecher in einen Activity-Ring oder lege einen Ball in eine Holzschüssel. Ab dem 2. Lebensjahr wird es einfacher für dein Kind, sich selbst zu bedienen. Zu diesem Zeitpunkt können die Dinge einen festen Platz bekommen. Ein Regal in Augenhöhe deines Kindes, in dem das Material in Körben zur Entnahme zur Verfügung steht, lädt auch eher wieder dazu ein, es nach dem Gebrauch wegzuräumen.

Die O-Bälle habe ich mit Seidentüchern befüllt und in Igelringe gelegt

5) Weniger ist mehr

Achte darauf, dass das Spielangebot nicht zu groß ist. Ein überladener Spielbereich überfordert dein Kind. Denn wenn man keinen Überblick hat, fällt es schwer, sich für etwas zu entscheiden. Für dein Kind ist es also einfacher, aus wenigen Dingen etwas auszuwählen, womit es sich beschäftigen möchte. Qualität ist wichtiger als Quantität.

Die Kunst ist es, das Spielangebot vielfältig zu halten, aber dennoch nicht zu überladen. Du hast 3 verschiedene Arten von Bausteinen? Kein Problem, dann tausche sie doch regelmäßig aus oder stelle die einen im Wohnzimmer und die anderen im Kinderzimmer zur Verfügung!

Welches Material ich anbiete, hängt von den Interessen und dem Alter der jeweiligen Kinder ab

6) Achte auf ausreichend Platz für Bewegung

Bewegung gehört zum Spiel mit dazu. Von einem Kleinkind ist nicht zu erwarten, dass es sich stundenlang in seinem Spielbereich ruhig beschäftigt. Zum Spielen gehört Toben, Laufen, Klettern und Purzeln einfach dazu. Auch, wenn das erst einmal nach Spielplatz klingt, kannst du zu Hause auch Raum für Bewegung schaffen. Ein Stuhl kann zum Kriechtunnel werden oder ein paar Pölster zum Trampolin.

Sowohl das Spielmaterial, als auch das Bewegungsangebot sollte sich immer an den nächsten Entwicklungsschritt richten. Ein Baby, das versucht, sich auf den Bauch zu drehen, braucht ausreichend Platz, damit seine ersten Drehversuche nicht scheitern. Dein Kleinkind wird sich beim Spielen wahrscheinlich nicht auf einen kleinen Bereich beschränken. Es trägt gerne Dinge von A nach B und verteilt die Sachen im ganzen Wohnbereich. Umso wichtiger ist es, klar zu kommunizieren, wo der Spielbereich beginnt und wo er wieder endet.

7) Halte Ordnung

Immer wieder mal zwischendurch aufzuräumen ist meines Erachtens nicht notwendig. Aber nach jeder Spielphase darf es eine kurze Aufräumphase geben, in der das Spielzeug wieder dorthin verschwindet, wo es hingehört. Das Aufräumen wird dein Kind ganz von alleine lernen, wenn du es ihm täglich vorlebst. Achte darauf, rechtzeitig mit dem Aufräumen zu beginnen, denn müden Kindern fehlt die Geduld, um noch aufmerksam dabei zu sein. Nimm dir vor, den Spielbereich täglich einmal neu zu sortieren. Das hilft deinem Kind dabei, sich am nächsten Tag schnell wieder in sein Spiel zu vertiefen!

Was ist die Pikler-Pädagogik?

Was ist die Pikler-Pädagogik?

Die Beobachtungen und Erkenntnisse Emmi Piklers haben in den letzten Jahren in vielen Krippeneinrichtungen Einzug gehalten hat. In Form von Pikler®-SpielRäumen wird Piklers Haltung dem Kind gegenüber von langjährig ausgebildeten PädagogInnen in Familien getragen. Das Interesse an dem pädagogischen Ansatz ist erst in den letzten 30 Jahren stark gestiegen, obwohl Pikler selbst bereits vor dem ersten Weltkrieg ihre ersten Erkenntnisse und Beobachtungen dokumentierte.

Die Pikler-Pädagogik ist keine bestimmte Methode oder Vorgehensweise. Vielmehr lehrt sie uns, eine Haltung einzunehmen, mit der wir das Kind als autonomen und kooperativen Partner wahrnehmen und uns gleichzeitig unserer Führungsverantwortung bewusst sind. Diese Haltung setzt das Wissen um die kindliche Entwicklung und deren Bedürfnisse voraus.

„Wir wollen keine Richtung vorgeben, sondern einen anderen Blick auf das Kind zeigen. Es geht darum, was es bedeutet, respektvoll mit dem Kind umzugehen, ihm Raum für seine Selbstständigkeit zu geben.(…) Und gleichzeitig wird es in die Ordnung und die Regeln seiner Umgebung eingeführt.(…) Der Erwachsene muss das Kind in seinem eigenen Rhythmus, mit seinen Initiativen respektieren und begleiten und in gleicher Weise dafür sorgen, dass es sich in die Gemeinschaft einfügen kann.

(Anna Tardos, Tochter Piklers in „Pikler-Ein Theorie-und Praxisbuch für die Familienbildung; Astrid Gilles-Bacciu | Reinhild Heuer (Hrsg.), S. 23 ff)

Die Grundpfeiler der Pikler-Pädagogik

Beziehungsvolle Pflege

Die täglich oftmals wiederkehrenden Situationen wie Wickeln, Füttern, Aus-und Anziehen oder Baden werden zum Beziehungsangebot. In der Pflege wird dem Säugling/Kleinkind Geborgenheit und Zutrauen vermittelt, indem der Erwachsene langsam handelt, seine Tätigkeiten ankündigt und dem Kind die Möglichkeit zur Kooperation, zum Mitmachen gibt. Das Kind erlebt seine soziale Kompetenz und eine sichere Bindung zum Erwachsenen. Dadurch entsteht emotionale Sicherheit, die als Grundlage für selbstständige Erkundungen und Tätigkeiten gilt.

Kleinkind in der Badewanne hält ein Tuch und Seife in der Hand. Eine weibliche Erwachsene steht lächelnd und aufmerksam daneben.
„Behandeln wir Kinder nie mechanisch. Behandeln wir es nie wie einen leblosen Gegenstand, wie klein es auch sein mag. Nehmen wir Rücksicht!“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

Freie Bewegungsentwicklung

Jedes gesunde Kind besitzt von Natur aus die Fähigkeit, seine motorischen Fertigkeiten selbst zu entwickeln. Um vom Liegen ins Stehen und letztlich zum Gehen zu kommen, braucht es keine Animation oder ein Training, jedoch eine dem Entwicklungsalter des Kindes angepasste vorbereitete Umgebung. Der Erwachsene stellt sicheres und anregendes Material zur Entfaltung bereit und begegnet dem Kind mit Vertrauen in seine Fähigkeiten und echtem Interesse an seinem Tun.

„Der Säugling lernt im Laufe seiner Bewegungsentwicklung nicht nur sich auf den Bauch zu drehen, nicht nur das Rollen, Kriechen, Sitzen, Stehen oder Gehen, sondern er lernt auch das Lernen.“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

-> 5 Gründe, warum freie Bewegungsentwicklung für dein Baby sinnvoll ist

-> Hilfe, mein Baby verweigert die Bauchlage!

Freies Spiel

Von Geburt an ist der Säugling interessiert an sich und seiner Umwelt. Die freie Aktivität ermöglicht eine selbstbestimmte Auseinandersetzung mit den äußeren Gegebenheiten. Das Kind entscheidet, womit und wie lange es sich beschäftigen möchte, denn die Art und Weise dieser Beschäftigung hängt vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes ab. Damit ein Kind selbstständig aktiv sein kann, benötigt es einen sicheren, ruhigen Ort, geeignetes Spielmaterial und die Bereitschaft des begleitenden Erwachsenen, einen sicheren Hafen zu bieten und Anteil an seinen Erfahrungen zu zeigen.

„Er lernt sich selbstständig mit etwas zu beschäftigen, an etwas Interesse zu finden, zu probieren, zu experimentieren. Er lernt die Freude und die Zufriedenheit kennen, die der Erfolg – das Resultat seiner geduldigen, selbstständigen Ausdauer für ihn bedeutet.“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

-> Die Spielentwicklung im ersten Lebensjahr

-> 7 Tipps für eine optimal vorbereitete Spielumgebung

-> 3Tipps für freies Spiel in den ersten Lebensjahren

Beobachtung und Reflexion statt Dogmatismus

In der Pikler-Arbeit geht es nicht darum, zwischen gut und schlecht oder falsch und richtig zu entscheiden. Die pädagogische Arbeit beinhaltet Selbstreflexion und Situationsanalysen, sowie Anregungen zur vorbereiteten Umgebung und den Transport entwicklungspsychologischer Gegebenheiten. Ziel der Pikler-Pädagogik ist es, das Kind und seine Bedürfnisse zu verstehen und darauf liebevoll auf Augenhöhe zu reagieren.

„Aber nicht alles ist vorgeschrieben. In unseren Krippengruppen wird in vielem unterschiedlich gehandelt. Wir besprechen aber die Situationen und Abläufe, dann beobachten und kontrollieren wir die Umsetzung und tauschen wieder unsere Beobachtungen aus. Das ist eine fortwährende kreative Arbeit.“

Anna Tardos, Tochter Piklers in „Pikler-Ein Theorie-und Praxisbuch für die Familienbildung; Astrid Gilles-Bacciu | Reinhild Heuer (Hrsg.), S. 23 ff)
Die Spielentwicklung im ersten Lebensjahr

Die Spielentwicklung im ersten Lebensjahr

Die alltäglichen Tätigkeiten eines Kindes sind das, was wir allgemein als „Spiel“ bezeichnen. Das freie Spiel ist die selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Es ermöglicht dem Kind, vielfältige Erfahrungen zu sammeln, es macht sich mit seiner Umwelt vertraut, begreift sie. Das freie Spiel ist ein Grundbedürfnis des Kindes und wir wissen, dass es aus entwicklungspädagogischer Sicht nicht vom Lernen getrennt werden kann. Emmi Pikler nennt die freie selbstständige Aktivität ohne helfende Anleitung eines Erwachsenen die „Hochschule der Säuglinge und Kleinkinder“.

0 – 3 Monate: Die eigenen Hände entdecken

Rund um die 10. Lebenswoche entdeckt der Säugling seine eigene Hand. Anfangs flattert die eigene Faust noch zufällig ins Gesichtsfeld, doch bald kann das Baby seine Bewegungen kontrollieren. Es bewegt seine Hände so, wie es das später tun wird, mit einem Gegenstand in der Hand. Das Öffnen und Schließen der Faust ist eine Vorbereitung auf das spätere Greifen und Loslassen von Gegenständen. Das Lutschen an der Faust ist eine wichtige orale Sinneserfahrung.

Die eigenen Hand entdecken

Wenn das Baby auf dem Rücken liegt, kann es seine Hand ganz konzentriert und aufmerksam beobachten. In der Bauchlage hat es diese Möglichkeit nicht.

Das Spiel mit dem eigenen Körper beschränkt sich aber nicht nur auf die Hände. Der Säugling „turnt“ gerne, strampelt, dreht sich nach links und nach rechts und stärkt so seine Muskulatur für die nächsten Entwicklungsschritte.

3 – 6 Monate: Erste Gegenstände begreifen

Bevor der Säugling nach einem Gegenstand greift, interessiert er sich für seine Kleidung und beginnt, daran zu ziehen. Im Alter von drei bis vier Monaten beginnt das Baby bewusst nach Gegenständen zu greifen, die in seiner Nähe liegen. Anfangs wirken die Greifübungen noch zufällig und unkoordiniert, doch Übung macht den Meister! Mit etwa 5 Monaten erreichen die meisten Säuglinge das ausgewählte Spielzeug schon mit einer zielgerichteten Bewegung.

Die ersten Gegenstände sollten leicht zu greifen sein

Nicht alle Gegenstände sind für diese erste Zeit geeignet. Wichtig ist, dass es sich um Dinge handelt, die sich gut ergreifen lassen wie ein Korbball, ein Tuch oder ein Stoffpüppchen. Am Anfang reicht nur einziger Gegenstand aus, der das Interesse des Babys auf sich ziehen wird. Später dürfen es gerne etwas mehr sein, die in greifbarer Nähe zum Kind platziert werden. Die angebotenen Gegenstände sollten eher weich und leicht sein um eine Verletzungsgefahr zu vermeiden. Außerdem sollten keine Spielsachen angeboten werden, die unerwartete Geräusche erzeugen, um das Baby nicht zu erschrecken.

6 – 9 Monate: die Mobilität nimmt zu

Die Fingerbewegungen werden immer differenzierter. Ein Ball wird zum Beispiel anders aufgehoben, als eine Rassel. Das Baby lässt Gegenstände fallen und nimmt sie wieder in die Hand. Dabei macht es auch Erfahrungen mit Geräuschen und Materialeigenschaften. Mit zunehmender Mobilität kann das Kind nun mit Gegenständen spielen, ohne sie in der Hand zu halten. Während das Baby einen Ball wegschubst, verfolgt es ihn mit seinem Blick und versucht ihn wieder zu sich zu holen.

Nun können Spielsachen angeboten werden, die bereits mehr Gewicht haben. Achte darauf, dass der Säugling Spielsachen aus verschiedenen Materialien zur Verfügung hat, denn dadurch kommt er zu unterschiedlichen Eindrücken und vielfältigen Erfahrungen.

Beim aufmerksamen Beobachten des Säuglings nehmen wir sowohl wahr, wie ihn neue Dinge sofort interessieren, als auch, dass er sich über lange Zeit, sogar monatelang, gern mit demselben Spielzeug beschäftigt. Durch das wiederholte Spielen mit den gleichen Gegenständen entdeckt er nach und nach immer mehr Einzelheiten an ihnen. Während er das Spielzeug mal mehr aus der Nähe, mal aus größerem Abstand betrachtet und es von oben, von der Seite oder von vorne ansieht, lernt er allmählich, dass der jeweilige Gegenstand auch dann derselbe ist, wenn er gerade nur einen Teil prüft oder wenn er ihn aus unterschiedlichen Entfernungen und verschiedenen Blickwinkeln anschaut.

„Von den Anfängen des freien Spiels“ (Eva Kallo, Györgyi Balog)

Eine ausführliche Liste mit über 100 Ideen für Spielmaterialien in den ersten Lebensjahren findest du hier!

9 – 12 Monate: das Spiel mit mehreren Gegenständen

Das Baby beginnt nun, mit mehreren Gegenständen zu hantieren. Es vergleicht sie und bringt sie mit der Zeit auch in Verbindung. Es schlägt zwei Gegenstände aneinander oder versucht, eines in das andere hineinzustecken. Es legt mehrere Dinge in eine Schüssel oder in einen Korb, bevor es sie einzeln wieder herausnimmt oder gleich alles auf einmal ausleert. Dann sucht es wieder Sachen, die es einander zuordnen kann. Das ist der Anfang des logischen Denkens: Das Kind erfährt Begriffe wie kleiner und größer, innerhalb und außerhalb, zusammengehörig und trennbar.

Behälter in verschiedenen Größen interessieren das Kind jetzt besonders

Mit ca. 11 Monaten beobachten wir häufig das „Geben und Nehmen“-Spiel. Kinder bringen Gegenstände zu Bezugspersonen, bieten sie an, bevor sie sie wieder zurückverlangen. Sie erfreuen sich an den begleitenden Worten „Danke“ und „Bitte“ und darüber, dass ihre Einladung zum Spiel solche Freude bereitet.

Hier findest du alles, was du über die Entwicklung im ersten Lebensjahr wissen musst und wie du dein Baby unterstützen kannst!

Wohin darf ich dir die Liste schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Sonnenletter gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

Geklappt! Bitte überprüfe dein Postfach und bestätige deine Email-Adresse.

Wohin darf ich dir die Leseprobe schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Wohin darf ich dir die Geschichtenwürfel schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Bitte hinterlasse mir deine Email-Adresse, damit ich dich über den nächsten Start zeitgerecht informieren kann.

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Newsletter "Geschichten.Gedanken.Geschenke." gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

Geklappt! Bitte überprüfe dein Postfach und bestätige deine Email-Adresse.

Wohin darf ich dir die Infos zum Workshop schicken?

Mit dem Absenden dieses Formulars abonnierst du meinen Sonnenletter gemäß den Datenschutzrichtlinien. Du kannst dich jederzeit mit nur einem Klick austragen. 

You have Successfully Subscribed!

Pin It on Pinterest