Wie ich bei der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft gelandet bin

12 Feb, 2021

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Mama mit Baby und Kleinkind
Daniela Scheurer - Pikler SpielRaum Burgenland

Hallo, hier schreibt Daniela.

Ich begleite dich durch die Baby-und Kleinkindzeit – mit fundiertem Wissen, praktischen Impulsen und einer großen Portion Empathie. Auf meinem Blog findest du Beiträge zur Pikler-Pädagogik, hilfreiche Tipps im Umgang mit starken Gefühlen sowie Inspirationen für einen entspannten, bindungsorientierten Familienalltag.

Die erste Begegnung mit Emmi Pikler

Die erste Begegnung mit Emmi Pikler hatte ich während der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, die ich berufsbegleitend in Wien absolviert habe. In meinem zweiten Ausbildungsjahr bekam ich eine Stelle in einer Krippe in der Herschelgasse im 10. Bezirk, wo mir die damalige Leitung die Bücher “Lasst mir Zeit” und “Miteinander vertraut werden” vorgestellt hat. Damals habe ich diese Bücher neben denen von Rebeca Wild mit Begeisterung gelesen. Sie öffneten für mich die Türen, mich auf einen Prozeß einzulassen, in dem die achtsame Begleitung von Kindern im Mittelpunkt steht.

Ich kann mich an folgendes erinnern: Da ich mit den Rahmenbedingungen im städtischen Kindergarten haderte (zuviele Kinder in zu kleinen Räumen, personelle Engpässe, Töpfchentraining), malte ich mir mit 22 Jahren aus, was ich später einmal machen wollte. Ich träumte davon, in einem eigenen Haus Kinder nach der “Dani-Pädagogik” zu betreuen. Genauer konnte ich es damals nicht ausdrücken, aber eines war mir schon klar: wir müssen als Pädagog:innen die Interessen und die Bedürfnisse der Kinder beobachten und darauf reagieren. Die Montessorikurse mit Annebeate Huber im Anschluss an meine Ausbildung bestätigten meine Ansichten.

Die erste Spielgruppe in Bad Fischau

Meinen zweiten Sohn brachte ich im November 2002 mit Ilona Schwägerl zu Hause zur Welt. Nach der Geburt nahm ich wöchentlich an den Stilltreffen im Mütterstudio Bad Fischau teil und besuchte gelegentlich die Babymassagekurse. Und im Sommer fragte mich Ilona, ob ich nicht jemanden kenne, der eine Montessori-Spielgruppe im Mütterstudio anbieten mag.

Und ob ich jemanden kenne! ICH! Ich war sofort Feuer und Flamme, freute mich darauf, neben Mama auch mal wieder Daniela sein zu können.

Mama mit Gitarre und zwei Kindern
ready to start a spielgruppe

Ich war der Meinung, dass ich durch die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Kindern, durch die Seminare von Mauricio und Rebeca Wild, durch die vielen Bücher, die ich gelesen habe, bereits genügend wusste über Babys und Kleinkinder. Doch schon im ersten Spielgruppenjahr stieß ich auf Schwierigkeiten:

Eine Mama wickelte ihr Baby, das schrie und schrie. Ich beobachtete mich, dass ich daneben saß, ganz viele Dinge dachte, gleichzeitig aber unfähig war, dieser Mutter zu helfen. Wie gelähmt schaute ich ihr einfach nur zu und als sie mich noch dazu fragte, warum ihr Baby so viel weinte, konnte ich ihr keine Antwort geben. Diese Situation beschäftigte mich so sehr, dass ich sie meinen Freundinnen erzählte. Eine von ihnen erzählte mir von der Pikler-Hengstenberg Gesellschaft in Wien und dass es sogar Pikler-Spielgruppen gäbe. Ich machte mich also auf die Suche und fand, was ich brauchte: Ein Seminar, angeboten mit dem Titel: “Eltern begleiten”.

Da fühlte ich mich natürlich gleich angesprochen. Super, dauert nur ein Wochenende, ist leistbar und dann weiß ich auch, wie ich in Zukunft solche Situationen handlen kann.

Auf meine Anfrage habe ich allerdings das hier bekommen:

Männchen mit Stoptafel

Beginnen Sie bitte am Anfang!

Auf meine Anmeldung zu dem Seminar bekam ich eine Antwort, die in etwa so lautete: “Leider ist dieses Seminar ein Bestandteil des Pikler-Intensivkurses. Wenn sie sich für die Fortbildung interessieren, können Sie sich gerne für den Basiskurs anmelden. Der nächste Basiskurs beginnt bereits in 3 Wochen!

Das Curriculum bestand damals aus einem Jahr Basiskurs, dem Aufbaukurs im zweiten Jahr (jeweils 4 Wochenenden) und dem Intensivkurs (unter anderem mit dem Seminar, das ich besuchen wollte) im dritten Jahr!

Vielleicht kannst du dir vorstellen, was diese Information in der folgenden Woche in meinem Kopf gemacht hat. Meine Situation im Jahr 2004 war in etwa so: Während ich mich selbst gemeinsam mit zwei kleinen Kindern durch den Alltag jonglierte musste ich mir überlegen, woher ich das Geld für diese Fortbildung nehmen könnte. Wir hatten uns gerade dafür entschieden, unseren Kindern die Umgebung des Storchennestes zu ermöglichen – und ein Urlaub in Griechenland war auch schon gebucht…

Dank meines Mannes, der mich so stark ermutigt hat, habe ich mich also damals Hals über Kopf in diese Fortbildung gestürzt. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

in Griechenland (September 2004)

Von der Fortbildung zur Ausbildung

12 Jahre hat es für mich gedauert, bis ich die Ausbildung zur Pikler-Pädagogin 2015 mit einer Diplomarbeit abgeschlossen habe. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich mich erst auf eine Fortbildung eingelassen habe, die sich erst Jahre später zur Ausbildung entwickelte. Das neu entstandene Curriculum erforderte mehrere Seminare in Budapest sowie eine abschließende Diplomarbeit.

Ich glaube, dass ich bei den ganz ersten Fortbildungsjahrgängen dabei war, die von der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft Österreich angeboten wurden. 2005 fuhr ich das erste Mal nach Budapest ins Loczy (Pikler-Institut), um dort mein erstes Seminar zu besuchen und Anna Tardos (Tochter Emmi Piklers und langjährige Institutsleiterin) kennenzulernen.

Im Laufe der Jahre habe ich 5 Seminare in Budapest besucht, nach der dreijährigen Fortbildung noch 2 Jahre Praxisbegleitung mitgemacht, und sogar schon einen Kurs für graduierte Pikler-Pädagoginnen besucht.

Es hat lange gedauert, bis ich mich dazu durchgerungen habe, die abschließende Diplomarbeit auch tatsächlich zu schreiben. Ich war der Meinung, dass ich das nicht könne (negative Deutsch-Matura sei Dank!). Dank viel Ermutigung von allen möglichen Seiten setzte ich mich dann doch noch hin und schrieb meine Diplomarbeit zum Thema: “Konfliktbegleitung im SpielRaum”.

Seit Juni 2015 bin ich zertifizierte Pikler-Pädagogin 🙂

Pikler Diplom
Daniela Scheurer – Elementarpädagogin und Pikler-Pädagogin aus dem Burgenland

Über mich:

Ich helfe Eltern mit Babys und Kleinkindern dabei, eine sichere Bindung zu ihrem Baby aufzubauen und ihre Kinder bindungs- und bedürfnisorientiert durch herausfordernde Phasen wie intensives Schreien (Schreibaby), Schlafprobleme oder starke Gefühle zu begleiten.

Als diplomierte Elementarpädagogin, Pikler®-Pädagogin und in Ausbildung zur EEH-Fachberaterin unterstütze ich Familien seit über 20 Jahren mit fundiertem entwicklungspsychologischem Wissen und alltagstauglichen Impulsen – für mehr Sicherheit, Ruhe und Verbindung im Familienleben.

Als Mutter von drei Söhnen weiß ich, wie herausfordernd die erste Zeit mit einem Baby sein kann – und wie entlastend es ist, dabei feinfühlig begleitet zu werden.

Daniela Scheurer begleitet Familien im Pikler-SpielRaum im Burgenland sowie in Einzelberatungen vor Ort und online im deutschsprachigen Raum.

2 Comments

  1. Heike Brandl

    Spannend, wie das Leben so spielt. Und wie schön, dass du den Mut und die Kraft hattest, das alles durchzuziehen. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

    Reply
    • Daniela

      Vielen Dank, liebe Heike!

      Reply

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