Babys erstes Spielzeug – damit spielt dein Baby im ersten halben Jahr am liebsten!

Babys erstes Spielzeug – damit spielt dein Baby im ersten halben Jahr am liebsten!

Im Handel findest du unzählige Dinge, die für dein Baby vermeintlich unverzichtbar erscheinen. Aber braucht dein Baby das wirklich?

Deinem Baby wird niemals langweilig, weil es ja erst alles in seiner Umgebung kennenlernen muss. Es braucht weder ständige Unterhaltung, noch teures Spielzeug. Was dein Baby in den ersten sechs Monaten tatsächlich zum Spielen braucht, erfährst du in diesem Artikel.

Wann beginnt mein Baby eigentlich zu spielen?

Die ersten acht Wochen nach der Geburt werden nicht umsonst „Wochenbett“ genannt. Dieses Wort drückt ziemlich genau das aus, was jetzt dran ist: Eine Auszeit für Mama und Baby, eine Zeit zum Kennenlernen, zum Ausruhen, zum Kuscheln.

Vielleicht kannst du schon jetzt beobachten, dass dein Baby dir konzentriert zuhört oder dich anlächelt, wenn du es ansprichst. Es betrachtet interessiert dein Gesicht oder Dinge, die sich bewegen oder dreht seinen Kopf einem bunten Muster zu. Diese Aktivitäten können natürlich noch nicht als „Spiel“ bezeichnet werden, sind aber wichtige Entwicklungsschritte, die du mit ausreichender Ansprache und viel körperlicher Nähe fördern kannst.

Meine Hände – mein erstes Spielzeug

Das erste Spiel lässt sich rund um die 10. Lebenswoche beobachten, wenn dein Baby seine eigene Hand entdeckt. Anfangs flattert die eigene Faust noch zufällig ins Gesichtsfeld, doch bald kann dein Baby seine Bewegungen kontrollieren. Es bewegt seine Hände so, wie es das später mit einem Gegenstand in der Hand tun wird.

Mein erstes Spielzeug: meine Hände

Das Öffnen und Schließen der Faust ist eine Vorbereitung auf das spätere Greifen und Loslassen von Gegenständen und das Lutschen an der Faust ist eine wichtige orale Sinneserfahrung.

Das Spiel mit dem eigenen Körper beschränkt sich aber nicht nur auf die Hände. Das Baby „turnt“ gerne, strampelt, dreht sich nach links und nach rechts und stärkt so seine Muskulatur für die nächsten Entwicklungsschritte.

Mein erstes Spielzeug: Mama, Papa, Geschwister

Nicht nur Babys eigener Körper, auch deiner und der seiner Geschwister werden mit zunehmender Aufmerksamkeit interessanter. Vielleicht versucht dein Baby bereits, mit seinen Händen in deinem Gesicht zu landen oder deine Finger zu fangen!

Spielideen für dich und dein Baby:

  • Berührungsspiele und Massagen
  • Fingerspiele
  • Vorsingen und langsames Tanzen
  • Geschichten erzählen
  • Fotos oder Bilder betrachten

Erste Greifversuche – welches Spielzeug sich dafür am besten eignet

Bevor dein Baby bewusst nach einem Gegenstand greift, interessiert es sich für seine Kleidung. Er zieht an seinem Pulli oder bringt das Bändchen der Hose vor seine Augen. Im Alter von drei bis vier Monaten beginnt das Baby bewusst nach Gegenständen zu greifen, die in seiner Nähe liegen. Anfangs wirken die Greifübungen noch zufällig und unkoordiniert, doch Übung macht den Meister! Mit etwa 5 Monaten erreichen die meisten Babys das ausgewählte Spielzeug schon mit einer zielgerichteten Bewegung.

erstes Spielzeug - weiches gestreiftes Schnuffeltuch, gelbes Stoffpüppchen aus Frottee und rosa Tuch.

Nicht alle Gegenstände sind für diese erste Zeit geeignet. Wichtig ist, dass es sich um Dinge handelt, die sich gut ergreifen lassen wie ein Tuch, ein weiches Stoffpüppchen oder ein hübscher Greifling.

Ein Tuch findet sich in jedem Haushalt – sei es eine Windel, ein Seidentuch oder das Bandana aus deiner Jugend. Die Farbe und das Muster ist dabei nicht von Relevanz – dein Baby wird mit Sicherheit fasziniert davon sein!

Erstes Spielzeug lässt sich übrigens auch ganz einfach selbst herstellen – du findest im Netz überall kostenlose Anleitungen zum Häkeln von süßen Püppchen, Greiflingen oder Kuscheltierchen.

Erstes Spielzeug lässt sich übrigens auch ganz einfach selbst herstellen – du findest im Netz überall kostenlose Anleitungen zum Häkeln von süßen Püppchen, Greiflingen oder Kuscheltierchen.

Wenn du selbst nicht gerne häkelst oder schlicht keine Zeit dazu hast, dann schreib mir gerne – ich liebe nämlich Handarbeit und Zeit hab ich auch dafür!

gehäkelte Greiflinge - ein Ring aus bunten Häkelbällchen und Holzperlen sowie Holzringen und ein Bärchen auf einem Beißring
  • Biete am Anfang nur einen oder zwei Gegenstände an, die du in greifbarer Nähe zu deinem Kind legst.
  • Die angebotenen Gegenstände sollten eher weich und leicht sein, damit dein Baby sich damit nicht selbst am Kopf verletzt.
  • Vermeide anfangs Spielsachen, die unerwartete Geräusche erzeugen, um dein Baby nicht zu erschrecken.
  • Verschiedene Bälle bietest du am besten erst dann an, wenn dein Baby bereits mobiler ist.

Ich wünsch euch viel Freude bei euren ersten Spiel- und Greifversuchen 🙂

Diese 3 Dinge sind im Sommer 23 brandneu im SpielRaum Kaisersdorf

Diese 3 Dinge sind im Sommer 23 brandneu im SpielRaum Kaisersdorf

Meine Entscheidung, den Job im Kindergarten an den Nagel zu hängen und mich zu 100% auf meine Selbstständigkeit zu konzentrieren, hat auch in meinem SpielRaum in Kaisersdorf einige Veränderungen gebracht. So habe ich für meine Sommerangebote auf Fragen einiger Eltern reagiert und einen zusätzlichen Raum für ältere Geschwisterkinder geschaffen, neues Spielmaterial angeschafft und den SpielRaum mit hübschem Mobiliar bestückt.

1) Ein zusätzlicher Raum zum Bespielen

Als ich meine offenen Sommerangebote ausgeschrieben habe, erreichte mich vor allem folgende Frage dazu:

Kann ich eigentlich auch ältere Geschwister mitnehmen in die Teestunde oder in den SpielRaum?

Erst habe ich überlegt, denn gerade im Pikler®-SpielRaum ist es doch von Vorteil, wenn die Kinder möglichst entwicklungshomogen sind. Und dieser Vorteil ist, dass man einzelnen Kindern eventuell mögliche Stresssituationen erspart. (…und sich als SpielRaum-Leiterin in erster Linie Konflikte ;-))

Und dann kamen die nächsten Gedanken: In der Familie sind sie doch auch gemeinsam unterwegs, es sind Ferien und eine optimale Betreuung ist sowieso schwer zu finden. Der SandSpielRaum wird auch von Kindern unterschiedlichen Alters besucht, ich kann eventuelle Konflikte wunderbar begleiten und außerdem hab ich doch genügend Platz…

SpielRaum Kaisersdorf
hinter dieser Türe ist noch genügend Platz zum Spielen

Also habe ich kurzerhand beschlossen, den kleinen Raum hinter dieser Schiebetüre in meinem SpielRaum so vorbereiten, dass es auch für ältere Geschwister ein feines Plätzchen gibt, wo sie altersadäquate Aktivitäten vorfinden können. 

  • Einen Tisch zum Experimentieren mit Sand
  • einen Mal-und Zeichentisch
  • eine Kuschelecke zum Lesen
  • eine kleine Auswahlen an Materialien zum Entdecken und Ausprobieren
Hier habe ich einen zusätzlichen Raum zum Verweilen geschaffen – speziell für ältere Geschwisterkinder

Und natürlich dürfen Geschwisterkinder gerne auch bei dir sitzen, zuschauen oder mitspielen.

2) Stapelsteine – Spielmaterial, das zum freien Spielen einlädt

Im Juni habe ich für den Kindergarten Stapelsteine gekauft. Als sie ankamen, wurden sie von den Kindern sofort begutachtet und bespielt. Im Kindergarten wurden sie hauptsächlich als Hocker und für Rollenspiele benutzt. In diesem Spiel wurden die Stapelsteine kurzerhand zu Futterschalen für Kuscheltiere.

In diesem Rollenspiel haben die Kinder die Stapelsteine als Futterschüsseln für ihre Kuscheltiere benutzt

Weil ich von der Vielseitigkeit der Stapelsteine so fasziniert war, habe ich sie also auch in meinen SpielRaum einziehen lassen. Im Pikler-SpielRaum wurden die Stapelsteine schon von den ganz Kleinen bespielt.

  • zum Herumtragen
  • zum Schieben
  • zum Stapeln
  • zum Drauf- und Reinsetzen
  • zum Sortieren
  • zum Transportieren von Dingen
  • als Kopfbedeckung
  • als Trittsteine

Ich bin begeistert von der Stärke des Materials, der Schönheit der Farben und der Vielseitigkeit dieses Spielzeugs. Deshalb mache ich jetzt mal ein bisschen (gänzlich unbezahlte!) Werbung für ein echt tolles Spielmaterial, das in Deutschland hergestellt wird, ohne Weichmacher oder sonstigen Zusatzstoffen.

3) Ein Kästchen zum Entdecken

Auf Instagram bin ich schon ziemlich gut vernetzt mit den Pikler-Pädagoginnen im deutschsprachigen Bereich. Ich lasse mich gerne von den vielen wunderschönen und liebevoll eingerichteten SpielRäumen und Sandstuben inspirieren. Vor allem die SandSpielRäume von Franziska (Feldkirchen), Susanne (Wiesbaden) und Alexandra (Bräunlingen) finde ich besonders einladend.

Mein Spielangebot platziere ich meist am Boden oder auf kleinen Hockern. Die Idee, Spielmaterial auch in Kästchen oder Lädchen auf Augenhöhe der Kinder anzubieten, gefiel mir auf Anhieb. Also bin in ich auf die Suche nach Wandregalen oder Kästchen gegangen, die ich auch in meinem SpielRaum den Kindern zum Entdecken zur Verfügung stellen kann.

Es hat nicht lange gedauert und ich habe dieses wunderbare Exemplar gebraucht aus einem nahegelegenen Ort abgeholt. Die Montage war wegen unseres Garagenchaos nicht ganz so einfach, aber letztlich habe ich das Ding montiert und mit Spielmaterial bestückt.

Du möchtst mich und meinen SpielRaum in Kaisersdorf kennenlernen?

Lass uns gerne telefonieren oder schreib mir einfach eine kurze Nachricht und ich sende dir alle aktuellen Infos zum SpielRaum in Kaisersdorf und Steinbrunn zu. Oder besuche mich in der Baby-Teestunde – unverbindlich zum Kennenlernen!

3 und mehr Ideen für freies Spiel mit Sand

3 und mehr Ideen für freies Spiel mit Sand

Es braucht nicht viel, dass sich Kinder längere Zeit lustvoll selbst beschäftigen können.
Zu diesem „nicht viel“ zähle ich eindeutig Sand. Sei es am Strand, in der Sandkiste, am Spielplatz oder auch in einer kleinen Schüssel zu Hause. Sand hat eine Anziehungskraft, der sich kaum jemand entziehen kann. Wenn er durch deine Hände rieselt, du deine Zehen darin wühlst, ihn mit ein bisschen Wasser vermischst – er ist einfach einzigartig. Sand ermöglicht ganzkörperliche Sinneserfahrungen, egal, ob du ihn mit oder ohne zusätzlichem Spiematerial anbietest. Es gibt kaum ein anderes Material, das so vielseitig bespielbar ist.

In diesem Artikel findest du drei unterschiedliche Möglichkeiten, deinem Kind Sand zum Spielen anzubieten. Je nach Lust und Möglichkeiten.

1) Die Indoor Sandschüssel

Die erste Schüssel mit Sand habe ich für meinen zweiten Sohn im Wohnzimmer aufgestellt, als er zweieinhalb Jahre alt war. Er konnte sich so sehr vertiefen in dieses meditative Spiel, dass es ein wahrer Segen und eine genussvolle Freude war, ihm dabei zuzusehen.

Das Gefäß, das ich ihm angeboten habe, war ein kleines Golfischglas, das zur Hälfte gefüllt mit weichen Fugensand war. Dieser Sand ist uns übrig geblieben, als wir vor unserem Haus die Pflastersteine verlegt haben. In das Glas habe ich lediglich drei unterschiedliche Muscheln gegeben und einen kleinen Löffel.

Je nach Möglichkeiten kannst du verschiedene Gefäße, Kännchen, Löffel und Schöpfer zum IndoorSandSpielen anbieten. Wenn du einen Holzboden hast, breite unbedingt unter dem Bereich einen Teppich auf, denn der feine Sand könnte deinen Boden kaputt machen, wenn er auf den Boden rieselt. Für den Indoor Bereich eignet sich feiner Quarzsand oder *Chinchillasand (Wüstensand) aus dem Zoogeschäft.

Das silberne Gefäß habe ich zur Hälfte mit feinem Sand gefüllt. Dieser Platz lädt zum Rieseln und Schöpfen ein.

Die Sandwanne hat einen gläsernen Untergrund und es gibt sie in verschiedenen Größen zu kaufen. Genauso gut kannst du aber auch eine alte Lade verwenden oder eine Krabbelkiste und sie mit wenig Sand befüllen. Zum Bespielen kannst du schöne Gegenstände wie Muscheln, Glasnuggets, verschiedene Tiere oder Murmeln und Perlen bereitstellen. Dieser Platz lädt neben Kleine-Welt-Spielen ein zum Spuren und Muster Hinterlassen oder Mandalas Legen.

Sandwanne mit feinem weißem Sand. Spiel-und Zeichenzubehör wie Muscheln, Glasnuggets und Holzschaber

So biete ich den Sand zum Beispiel in meinen SandSpielRäumen an, die in meinem SpielRaum in Kaisersdorf stattfinden. Das Befüllen der Fläschchen mithilfe von Trichtern und das Sieben des Sandes kommt dem alltäglichen Erleben nahe und stillt das Experimentierbedürfnis von Kindern jeglichen Alters.

Bänkchen mit Tisch. darauf kleine Gefäße aus Alu und Kupfer mit Sand zum Schütten. Schöpfer und Löffel als Zubehör

2) Die Outdoor-Sandkiste

Der Klassiker unter den SandSpielen. Auf fast jedem Spielplatz findest du eine Sandkiste. Wenn du einen Garten hast, kannst du ganz leicht einen Behälter mit Kinderspielsand aufstellen, den du im Baumarkt kaufen kannst. Eine kleine Sandmuschel findet sogar auf einem Balkon Platz. Jetzt noch ein paar Spielutensilien dazu, und der Spielspaß ist perfekt. Alles, was du in deiner (oder Omas) Küche findest – und selbst nicht mehr brauchst, kannst du für das SandSpiel zur Verfügung stellen. Dazu brauchst du kein teures (oder billiges?) Plastik kaufen, sondern kannst einfach mal schauen, was da ist:

  • Löffel, Gabel, Streichmesser
  • Kübel, Becher und Schüsseln
  • Siebe, Reiben, Schneebesen, Kochlöffel
  • Kochtöpfe, Deckel, Krüge, Schneidbretter
Eine Sandmuschel kannst du auch in einen kleinen Garten stellen und du kannst den Sand abdecken, um ihn vor Verschmutzung zu schützen

Ist dein Garten etwas größer, kannst du deinem Kind sogar einen riesigen Sandhaufen zur Verfügung stellen. Der ist am attraktivsten, wenn er immer wieder mal aufgeschüttet wird, sodass dein Kind Höhlen und Tunnel bauen kann oder ihn selbst besteigen kann. Ist dein Sandplatz größer, kannst du auch mehr Spielmaterial dazu anbieten:

  • große Aufsitzbagger oder Traktoren
  • diverse Fahrzeuge zum Auf-und Abladen in verschiedenen Größen
  • große Schaufeln und Spaten
  • große Rechen

3) Sand und Wasser = Matsch

In Kombination mit Wasser verändert der Sand seine Eigenschaften. Damit macht dein Kind erste naturwissenschaftliche Erfahrungen mit Aggregatszuständen – oder einfacher: Aus Sand wird Matsch und aus Matsch kann man wieder andere Dinge machen. Mit Matsch lässt sich kochen, formen, man kann darin wühlen und sich damit einreiben. Das ermöglicht deinem Kind wichtige Sinneserfahrungen, die es sich selbst spüren und kennenlernen lassen.

In unserem winzigen Reihenhausgarten haben wir die das mit dem Sand und dem Wasser so gelöst:

5 Kinder matschen an einem Wassertisch, daneben befindet sich eine Sandkiste

Wir haben aus einfachen Holzplatten eine Sandkiste gezimmert (dafür braucht man kein Handwerker sein!) und einen Wassertisch drangebaut. Dafür hat mein Mann (der definitiv KEIN Handwerker ist) eine Holzplatte an die Sandkiste geschraubt und mit zwei Holzbeinen stabilisiert. Mit einer Stichsäge hat er runde Kreise aus dem Holz gesägt, in die ich Plastikschüsseln gehängt habe. Als Spielmaterial dienen alte Töpfe, Besteck und Becher, Gießkannen und sogar große Malerpinsel.

Den ultimativen SandSpielPlatz mit Brunnen gibt es im Kindergarten Storchennest: In die riesige Sandkiste kann Wasser mit Hilfe eines Brunnens gepumpt werden. Dafür haben die Kinder den Brunnenarm mit Rohren verlängert. Hier entsteht gerade ein Fluss mit einem Stausee.

Lass dich von diesem SandSpielPlatz inspirieren und hol dir die Ideen in dein zu Hause

Natürlich ist dieses Sandparadies nicht für den Einfamiliengarten gedacht, aber vielleicht magst du dich von meinen Ideen inspirieren lassen. Oder du besuchst mich mit deinem/n Kind/ern im SandSpielRaum, um die Magie des Sandes auch auf dich wirken zu lassen!

Ich wünsche dir und deinen Kindern jedenfalls ein beglückendes SandSpiel 🙂

(Das Sternchen * vor einem Link bedeutet, dass es sich um einen Affiliate-Link zu Amazon handelt. Wenn du etwas über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich fallen keine zusätzlichen Kosten an)

Astscheiben: einfaches Spielzeug zum Selbermachen

Astscheiben: einfaches Spielzeug zum Selbermachen

Die Holzscheiben in meinem Pikler-SpielRaum sind ein beliebtes Spielmaterial für meine kleinen Gäste. Schon Babys lieben sie. Sie drehen die Scheiben in ihren Händen, klopfen damit auf den Boden oder kosten ihren Holzgeschmack. Die Kinder ab ca. anderthalb Jahren verwenden sie als Untersetzer, zum Bauen oder lassen sie die Rutsche hinunterpurzeln. Nicht selten werden sie zu Musikinstrumenten und ja, auch als Handy wurden sie bereits benutzt.

Auch im Kindergarten sind die Astscheiben noch gefragt. Sie werden zu Straßen gelegt oder zu einzigartigen Kunstwerken verbaut. Einfache Holzscheiben sind ein dankbarer und jahrelanger Begleiter für dein Kind. Und wenn sie tatsächlich nicht mehr gebraucht werden, kannst du sie verheizen oder zu dekorativen Zwecken nützen.

Häufig werde ich von Eltern gefragt, woher ich diese Scheiben habe. Ganz ehrlich – ich hab sie selbst gemacht. Die einfachsten Holzbausteine der Welt sind nachhaltig, ungiftig und absolut kostenlos.

Welches Holz kann ich für die Astscheiben benutzen?

Im Grunde eignet sich fast jedes Baumholz. Wichtig ist, dass es ungiftig ist. Vermeide also unbedingt das Holz der Robinie (Scheinakazie) und der Eibe. Viele Gartensträucher sind stark toxisch. Dazu gehört Wacholder, Thujen und Koniferen, Goldregen und Efeu, sowie Buchsbaum.

Auch stark harzendes Holz solltest zu vermeiden (Nadelbäume). Achte auch darauf, dass die Rinde nicht zu stark absplittert. Ich persönlich habe Äste der Haselnuss verwendet. Die Rinde der Birke lässt sich meist gut schälen, aber auch die Äste diverser Obstbäume (Holunder) ist für die Herstellung der Astscheiben gut geeignet. Holzscheiben werden auch im Internet zu Dekozwecken feilgeboten. Falls du also nicht selbst an einem Baum sägen willst, der Suchmaschinenriese weiß bestimmt, wo du welche herbekommen kannst 🙂

Astscheiben als Spielzeug – welche Größe ist geeignet?

Wenn du die Astscheiben bereits deinem Baby zum Spielen anbieten möchtest, sollte der Durchmesser weder zu klein, noch zu groß sein. Ein Durchmesser von mindestens 4 cm sorgt dafür, dass dein Baby das Teil nicht verschlucken kann. Die Holzscheiben, die ich im SpielRaum verwende, haben einen Durchmesser von 5 bis 8 cm. Säge die Äste gerne in unterschiedlicher Dicke von ein bis drei Zentimeter ab.

Astscheiben, die einen kleineren Durchmesser haben, können hervorragend zum Bauen verwendet werden. Im Kindergarten benutzen die Kinder gerne Astscheiben in verschiedenen Größen und Dicken.

Je größer dein Kind ist, desto größer und dicker (und somit schwerer) können auch die Bausteine sein.

Bausteine aus Holz selber machen

Ich habe die Äste der Haselnuss mit einer einfachen * Japansäge bearbeitet. In meiner Garage steht mittlerweile eine Kappsäge, die mir das Sägen beim nächsten Mal mit Sicherheit erleichtert.

Für Babys und Kleinkinder musst du die Rinde der Astscheiben mit einem * Schleifpapier glatt schleifen. Verwende dafür ein Schleifpapier der Körnung 100 – 120. Anschließend erfolgt der Feinschliff mit der Körnung 180 – 200. Wichtig ist, dass sich die Rinde nicht vom Holz lösen kann, um ein Verschlucken zu verhindern.

Die Rinde sollte so geschliffen werden, dass sich keine Kleinteile lösen.

Zum Spielen ist es nicht nötig, die Scheiben extra zu behandeln. Vor allem, wenn die Astscheiben als Babyspielzeug verwendet werden, sollten sie ihre Natürlichkeit behalten, da vor allem sehr junge Kinder die Scheiben in den Mund nehmen und daran lutschen. Natürlich kannst du sie auch mit einem natürlichen Öl (Lein- Oliven- oder Walnussöl) behandeln.

Spielideen mit Astscheiben

Die Astscheiben sind vor allem für Babys geeignet, die bereits mobil sind. Zumindest sollte sich dein Baby sicher auf den Bauch und wieder zurück drehen können. Falls es sich also auf eine harte Holzscheibe dreht, sollte es sich selbständig aus dieser unangenehmen Situation wieder befreien können.

Scheiben, die einen geringeren Durchmesser als 4 cm haben, kannst du durchbohren und anschließend auf ein Lederband fädeln. Dieses kannst du an den Enden verknoten oder auch zu einem Ring verknoten. Ein einfaches Spielzeug, das als Rassel, Armband oder zum Nachziehen verwendet werden kann. (Foto folgt!)

Die Holzscheiben werden am besten in passenden Körben für das freie Spiel angeboten. So kann das Kind selbst entscheiden, ob es damit bauen möchte, sie von A nach B transportieren will oder die Scheiben lieber für das Rollenspiel benutzt.

Es gibt keinerlei Alterseinschränkung für dieses Spielzeug. Allerdings wird es für ältere Kinder interessanter, wenn so viele unterschiedliche Holzscheiben wie möglich vorhanden sind. Sie können sich in Größe, Dicke und Holzart (somit auch in der Färbung) unterscheiden. Denn dann wird der Bauspaß noch größer und die Möglichkeiten vielfältiger.

Viel Spaß beim Sägen, Schleifen und Bauen!

Du möchtest noch mehr Ideen für Spielmaterial für dein Baby und Kleinkind?

Dann hol dir jetzt meine Liste mit über 100 einfachen und hochwertigen Spielmaterialien und Spielideen für 0 €!

(Das Sternchen * vor einem Link bedeutet, dass es sich um einen Affiliate-Link zu Amazon handelt. Wenn du etwas über diesen Link bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich fallen keine zusätzlichen Kosten an)

Spielideen im und mit Schnee

Spielideen im und mit Schnee

Wenn es schneit und frischer Schnee im Garten liegt, wollen Kinder einfach raus. Der weiche Schnee lädt ein zum Toben und Kugeln. Das erste, was uns dabei einfällt sind die Erinnerungen aus unserer eigenen Kindheit. Vermutlich hast du auch schon unzählige Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten gewonnen. Und natürlich bist du mit deinem Bob oder deinem Schlitten auch tausendmal den Sauseberg hinabgefahren. Vielleicht findest du hier noch mehr Ideen, die du im und mit Schnee machen kannst.

1) Barfuß gehen im Schnee

Wir laufen gerne barfuß im Schnee. Kneippen im Winter. Das Barfußlaufen im Schnee hat einen wunderbar gesunden Effekt. Es fördert die Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte. Die verbreitete Annahme, dass danach die Füße kalt bleiben, kann ich nicht bestätigen. Die Füße bleiben nach dem Schneetreten den ganzen Tag warm und danach fühlst du dich frisch und munter.

Kinder lieben diese Experimente. Sie fördern die sinnliche Wahrnehmung und unterstützen die Selbstwahrnehmung. Wann ist mir warm oder kalt?

Wer also mag, darf gerne eine Runde im Schnee laufen, bis die Füße rot sind. Spätestens, wenn die Füße vor Kälte schmerzen, steigen auch die Kinder wieder freiwillig in ihre warmen Socken und Schuhe. Also keine Sorge, sondern einfach mal ausprobieren!

2) Malen im Schnee

Sobald auf einem Auto oder dem Terrassentisch eine Schneeschicht liegt, wird darauf gemalt. Da entstehen schnell kleine Männchen oder Herzchen im Schnee. Das Malen im Schnee ist schon für sehr kleine Kinder geeignet. Dafür braucht es gar nicht viel und alles, was dabei herauskommt ist lustig und schön.

Du kannst aber auch mit bunten Farben direkt im Schnee malen. Die dazu benötigten Dinge sind schnell vorbereitet und befinden sich vermutlich auch in deinem Haushalt!

Das kannst du zum Malen im Schnee benutzen:

  • Lebensmittelfarbe
  • Eierfarbe
  • Wasserfarben
  • Fingerfarben
  • Spritzen
  • Sprühflaschen
  • Pinseln
Hier habe ich Lebensmittelfarbe in Schüsseln und Sprühfarben zur Verfügung gestellt
Schneekunst mit der Sprühflasche
Schneekunst aus der Spritze

3) Bauen mit Schnee

Das kennst du bestimmt noch aus deiner Kindheit. Denn auch du hast bestimmt schon einmal einen Schneemann gebaut, oder? Der Schneemann ist natürlich ein super Highlight, aber was kannst du noch alles aus Schnee bauen?

  • Baut doch mal eine ganze Schneefamilie. Dann steht der Schneemann auch nicht so ganz alleine im Garten, sondern hat an seiner Seite noch eine coole Frau und jede Menge süße Kinder.
  • Ein Iglu bauen. Wenn der Schnee schon ein bisschen älter ist, kannst du damit ein wunderbares Iglu bauen. Such dir dafür eine Box, in der du den Schnee zu Blöcken formen kannst. Eine schöne Bauanleitung findest du hier.
  • Mit Sandkübeln und Förmchen können Kinder nicht nur Schneekuchen backen, sondern auch verschiedene Schneeskulpturen bauen.
  • Eine Schneeburg als Rückzugsort für eine Schneeballschlacht.

4) Spuren im Schnee

Begib dich mit deinem Kind auf Spurensuche im Schnee.

  • Tierspuren suchen: War das die Katze oder der Hund? Vielleicht findet ihr sogar Spuren im Wald, die ihr noch nie gesehen habt?
  • Spuren selbst hinterlassen: Könnt ihr die Spuren der Tiere nachmachen? Daraus kann auch ein Ratespiel entstehen. Wessen Schuhe waren das?
  • Fahrzeugspuren erraten: Traktoren hinterlassen andere Spuren wie Autos. Und Fahrradspuren sind schmaler als Motorradspuren.
  • In den Spuren des anderen wandern: Kinder können in die Spuren ihrer Eltern steigen und umgekehrt. Kannst du so große Schritte machen wie Papa?

Viel Spaß!

Hier geht´s zu den dazu passenden Wintergeschichten:

Hier findest du meine liebsten Winterbilderbücher