Daniela Scheurer

gemeinsam.spielend.wachsen.

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Was ist der Unterschied zwischen Pikler und Pekip?

Was ist der Unterschied zwischen Pikler und Pekip?

Immer wieder geschieht es, dass PIKLER und PEKIP als das Gleiche betrachtet wird. In beiden Fällen handelt es sich um ein Freizeitangebot für Eltern mit Babys. Beide Konzepte werden auch mit ähnlichen Worten beschrieben: Individuelle Entwicklung, Forschergeist ausprobieren, selbstständig aktiv sein und seine Umwelt entdecken, erste Kontakte mit Gleichaltrigen usw.

Kein Wunder, dass die Unterschiede da nicht klar zu fassen sind. Und noch dazu klingen ja beide Namen sehr ähnlich, sodass es leicht zu Verwechslungen kommen kann.

Beide Konzepte haben das Ziel, die frühe Eltern-Kind-Beziehung zu stärken und einen Austausch unter Eltern zu ermöglichen. Doch gibt es feine Unterschiede, die erst bei genauer Betrachtung sichtbar werden.

Wer war Pikler?

Emmi Pikler (1902-1984) war als Kinderärztin in Familien tätig und leitete anschließend fast 40 Jahre lang in Budapest ein Säuglings- und Kleinkinderheim, das Emmi Pikler Institut (bekannt als „Lóczy“). Ihre wissenschaftlichen Forschungen und pädagogischen Erkenntnisse entstammen dieser jahrzehntelangen praktischen Arbeit mit jungen Kindern. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet ein tiefer Respekt vor der Würde und Kompetenz des bereits sehr jungen Kindes und beinhaltet ein fundiertes Wissen über seine Entwicklung in allen Lebensbereichen.

In Form von Pikler®-SpielRäumen wird ihre Haltung dem Kind gegenüber von langjährig ausgebildeten Pikler-PädagogInnen in Familien getragen und hält mittlerweile in vielen Tageseinrichtungen Einzug. Die Marke ist in den letzten Jahren zu einem Qualitätsmerkmal geworden. Diese Qualitätssicherung der Pikler-Kleinkindpädagogik wird durch nationale und internationale Pikler-Gesellschaften übernommen.

Was ist PEKIP?

Das Prager Eltern-Kind-Programm geht auf die Arbeiten des tschechischen Kinderpsychologen Dr. Jaroslav Koch zurück, der sich intensiv mit frühkindlicher Förderung auseinandersetzte. Er entwickelte spezielle Spielabläufe zur Förderung der kindlichen Entwicklung. Weiterentwickelt wurden Kochs Ansätze Jahre später von Dr. Christa Ruppelt und Dr. Hans Ruppelt. Sie widmeten sich gemeinsam mit ExpertInnen aus dem pädagogischen Bereich erneut den Ideen der Frühförderung. Daraus ist letztlich das Prager-Eltern-Kind-Programm entstanden. Die Qualitätssicherung der Programminhalte übernimmt der gemeinnützige PEKiP Verein.

Was sind die größten Unterschiede zwischen einer Pikler-Gruppe und einer PEKIP-Gruppe?

Emmi Pikler hat nichts mit dem Prager Eltern-Kind-Programm zu tun

1) Eingstiegsalter und Begleitungsdauer

PIKLER: frühestens ab dem 4. Lebensmonat bis zum Alter von 3 Jahren.

PEKIP: ab der 4. Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

2) Gruppengröße:

PIKLER: je nach Alter der Kinder zwischen 5 (Säuglingsgruppen) und 7 Kinder.

PEKIP: 8 Kinder.

3) Das Konzept:

PIKLER: Der Pikler-SpielRaum besteht aus zwei Elementen: Wöchentliche Spielzeiten für die Kinder am Vormittag und regelmäßige Elternrunden (z.B.: wöchentlich oder 14-tägig, je nach Angebot), die meist abends stattfinden.

PEKIP: Wöchentliche Treffen, in denen Spielzeit und Elternaustausch gleichwertige Bestandteile sind.

4) Die Kinder

PIKLER: Die Kinder tragen bequeme Kleidung, meist sind die Kinder barfuß. Sie wählen selbst, wie und womit sie sich beschäftigen möchten und bewegen sich ihren Möglichkeiten entsprechend.

PEKIP: Die Kinder sind nackt in einem warmen Raum. Sie werden von ihren Eltern zu Spielen und Bewegungsübungen animiert oder entdecken mit anderen Kindern die Umgebung.

5) Die Rolle der Eltern:

PIKLER: Die Atmosphäre während der Spielzeit wird bewusst ruhig gehalten. Die Eltern sind eingeladen, die Aktivitäten ihrer Kinder zu beobachten, um die Eigeninitiative ihres Kindes kennen zu lernen und wahr zu nehmen. Diese Einladung ermöglicht eine interessierte Haltung am Tun der Kinder. Während der Spielzeit steht die Aktivität des Kindes im Vordergrund. Dem Bedürfnis nach Austausch unter den Eltern wird in regelmäßig stattfindenden Elternabenden Raum gegeben.

Im Pikler-SpielRaum nehmen Eltern Anteil an den eigenständigen Aktivitäten ihrer Kinder

PEKIP: Die Eltern werden eingeladen, gemeinsame Spiel-und Bewegungsübungen mit den Kindern durchzuführen. Der Austausch unter den Eltern ist wesentlicher Bestandteil des Treffens.

Im PEKIP helfen Eltern ihrem Baby mit speziellen Griffen bei seinen ersten Drehbewegungen

6) die Rolle der Gruppenleiterin:

PIKLER: Die Gruppenleiterin sorgt für eine Umgebung, die den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes angepasst ist. Spiel-und Bewegungsmaterialien richten sich nach dem Entwicklungsstand der jeweiligen Kinder. Die Pikler-Pädagogin begleitet die Kinder während ihrer Aktivitäten oder Begegnungen mit ruhigen und beschreibenden Worten und unterstützt sie in ihrer eigenen Lösungsfindung. Sie moderiert und begleitet die Eltern zusätzlich in regelmäßig stattfindenden Gesprächsrunden, in denen auf individuelle Fragen einfühlsam eingegangen wird.

PEKIP: Die Gruppenleiterin bereitet die Räumlichkeiten entwicklungsgemäß vor und bietet Spiel-und Bewegungsübungen an. Im Fokus stehen Übungen zur Förderung der Spiel- und Bewegungsentwicklung. z.B.: das Baby in Bauchlage auf einem Ball rollen, um die Muskulatur zu stärken. Die PEKIP-Gruppenleiterin moderiert den Austausch unter den Eltern und beantwortet Fragen zur Entwicklung des Kindes.

7) Die Ausbildung:

PIKLER: Die Ausbildung richtet sich an pädagogische, psychologische, therapeutische oder medizinische Fachleute. Das Curriculum umfasst einen Grundkurs (1,5 Jahre), eine darauf aufbauende Praxisbegleitung (1,5 Jahre) und mindestens 5 Intensivwochen im Lóczy-Institut in Budapest. Zusätzlich sind Seminare zur Förderung der eigenen Wahrnehmung und eine Hospitation inkl. Reflexionsgespräche verpflichtend. Die Pikler-Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre und wird mit einer umfassenden Abschlussarbeit beendet. Hier findest du weitere Informationen zur Ausbildung zur zertifizierten Pikler-PädagogIn.

PEKIP: Die Ausbildung zur Pekip-Gruppenleiterin richtet sich an pädagogische Fachkräfte und umfasst einen 9 monatigen Grundkurs mit anschließender Praxis-und Supervisionsphase. Nach erfolgreich abgeschlossener Fortbildung (Grundkurs und Supervision) erhalten die TeilnehmerInnen das PEKiP-Zertifikat. Hier findest du weitere Informationen zur Ausbildung zur zertifizierten Pekip-Gruppenleiterin.

Warum der Pikler®-SpielRaum für mich und meine Lebenshaltung stimmiger ist als das PEKiP

Ich bin der Ansicht, dass eine zu frühe aktive Förderung von Entwicklungsschritten einerseits zu einer Überforderung des Kindes führen kann und andererseits eine Beziehung auf Augenhöhe zwischen Erwachsenen und Kind nicht zulässt. Mein Eindruck ist, dass die Eltern-Kind-Beziehung im PEKIP auf einer leistungsorientierten Basis aufbaut, während bei Pikler die Individualität jedes einzelnen Kindes im Vordergrund steht.

Babys brauchen kein Animationsprogramm

Das PEKiP macht auf mich den Eindruck eines Förderprogrammes. Babys werden bereits früh mit Material und Animation konfrontiert. Allerdings ist die Sorge, Kinder von Anfang an aktiv fördern zu müssen, meiner Erfahrung nach, schlichtweg unnötig. Der Säugling braucht in erster Linie Ruhe und Stabilität in seinem Alltag, um in einer für ihn chaotischen Welt anzukommen. Eine Umgebung, die zu viele Reize bietet, kann zu einer Überforderung und folglich massiven Regulationsstörung führen.

In den ersten Wochen nach einer Geburt ist es nur verständlich, dass Eltern nach einer geeigneten, empathischen Begleitung suchen. Zur Unterstützung von frischen Eltern biete ich eine kostenlose Babysprechstunde an sowie eine individuelle und längerfristige Begleitung. Der gesunde Säugling allerdings braucht keine spezielle Förderung, sondern profitiert in erster Linie von einer liebevollen und geborgenen Beziehung zu seinen Eltern.

Kindern die Chance geben, sich in ihrem Tempo zu entwickeln

Die Beobachtungen Piklers über die selbstständige Bewegungsentwicklung stehen im klaren Gegensatz zum Ansatz des Prager-Eltern-Kind-Programms. Hier werden Übungen gezeigt, die das Baby frühzeitig in Positionen bringen, die es selbst noch nicht einnehmen kann (z.B. die Drehung in die Bauchlage: die Eltern drehen das Baby in die Bauchlage, indem sie seine Füße überkreuzen). Emmi Pikler hat in ihrem Buch „Lasst mir Zeit“ dargelegt, dass die Bewegungsentwicklung unzählige, sehr individuelle Facetten aufweist. Das eigenständige Entdecken seiner Umwelt und seines Körpers ermöglicht dem Kind, in seinem individuellen Tempo damit vertraut zu werden. Die dadurch erlangte Sicherheit bildet die Basis für seine nächsten Schritte.

Emmi Pikler schreibt über ihre Forschungen zur selbstständigen Bewegungsentwicklung

Ein Ein-bzw. Vorgreifen in die natürliche Entwicklung eines Kindes bedeutet nicht nur steigende Unsicherheit für das Kind. Gleichzeitig wird ihm signalisiert, dass es sich ohne Hilfe von außen nicht weiter entwickeln kann. Ich spreche hier ausschließlich von gesunden Kindern. Eine Unterstützung in Form von z.B. Physiotherapie bei Kindern mit Beeinträchtigungen kann natürlich nach genauer Beobachtung sinnvoll sein.

Hier findest du alle nötigen Informationen zur Spiel-und Bewegungsentwicklung im ersten Lebensjahr!

Echtes Interesse steigert die Beziehungsqualität

Je mehr Möglichkeiten Eltern haben, die Persönlichkeit ihres Kindes wahr zu nehmen und darauf zu reagieren, desto höher ist die Beziehungsqualität. Durch die Beobachtung im Pikler-SpielRaum lernen Eltern die Bedürfnisse ihres Kindes erkennen und darauf entsprechend zu reagieren. Durch die aufmerksame Anteilnahme des Erwachsenen am eigenständigen Tun des Kindes wird die Bindung gefestigt, sie entwickeln Sicherheit in ihrer Begleitung und erlangen ein Zutrauen in die Fähigkeiten ihres Kindes.

Der SpielRaum gibt Eltern die Möglichkeit, sich eine Stunde lang nur ihrem Kind zu widmen. Sehen zu können, welche neuen Dinge es lernt, was es beschäftigt und womit es noch Schwierigkeiten hat. Zu sehen, dass Entwicklung auch ohne unser Zutun immer stattfindet, die kleinen Schritte erkennen zu können, lässt ein Vertrauen entwickeln, das sich letztlich als Selbstvertrauen in den Kindern widerspiegelt.

Wie ich bei der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft gelandet bin

Wie ich bei der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft gelandet bin

Die erste Begegnung mit Emmi Pikler

Die erste Begegnung mit Emmi Pikler hatte ich während der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, die ich berufsbegleitend in Wien absolviert habe. In meinem zweiten Ausbildungsjahr bekam ich eine Stelle in einer Krippe in der Herschelgasse im 10. Bezirk, wo mir die damalige Leitung die Bücher „Lasst mir Zeit“ und „Miteinander vertraut werden“ vorgestellt hat. Damals habe ich diese Bücher neben denen von Rebeca Wild mit Begeisterung gelesen. Sie öffneten für mich die Türen, mich auf einen Prozeß einzulassen, in dem die achtsame Begleitung von Kindern im Mittelpunkt steht.

Ich kann mich an folgendes erinnern: Da ich mit den Rahmenbedingungen im städtischen Kindergarten haderte (zuviele Kinder in zu kleinen Räumen, personelle Engpässe, Töpfchentraining), malte ich mir mit 22 Jahren aus, was ich später einmal machen wollte. Ich träumte davon, in einem eigenen Haus Kinder nach der „Dani-Pädagogik“ zu betreuen. Genauer konnte ich es damals nicht ausdrücken, aber eines war mir schon klar: wir müssen als Pädagog:innen die Interessen und die Bedürfnisse der Kinder beobachten und darauf reagieren. Die Montessorikurse mit Annebeate Huber im Anschluss an meine Ausbildung bestätigten meine Ansichten.

Die erste Spielgruppe in Bad Fischau

Meinen zweiten Sohn brachte ich im November 2002 mit Ilona Schwägerl zu Hause zur Welt. Nach der Geburt nahm ich wöchentlich an den Stilltreffen im Mütterstudio Bad Fischau teil und besuchte gelegentlich die Babymassagekurse. Und im Sommer fragte mich Ilona, ob ich nicht jemanden kenne, der eine Montessori-Spielgruppe im Mütterstudio anbieten mag.

Und ob ich jemanden kenne! ICH! Ich war sofort Feuer und Flamme, freute mich darauf, neben Mama auch mal wieder Daniela sein zu können.

Mama mit Gitarre und zwei Kindern
ready to start a spielgruppe

Ich war der Meinung, dass ich durch die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Kindern, durch die Seminare von Mauricio und Rebeca Wild, durch die vielen Bücher, die ich gelesen habe, bereits genügend wusste über Babys und Kleinkinder. Doch schon im ersten Spielgruppenjahr stieß ich auf Schwierigkeiten:

Eine Mama wickelte ihr Baby, das schrie und schrie. Ich beobachtete mich, dass ich daneben saß, ganz viele Dinge dachte, gleichzeitig aber unfähig war, dieser Mutter zu helfen. Wie gelähmt schaute ich ihr einfach nur zu und als sie mich noch dazu fragte, warum ihr Baby so viel weinte, konnte ich ihr keine Antwort geben. Diese Situation beschäftigte mich so sehr, dass ich sie meinen Freundinnen erzählte. Eine von ihnen erzählte mir von der Pikler-Hengstenberg Gesellschaft in Wien und dass es sogar Pikler-Spielgruppen gäbe. Ich machte mich also auf die Suche und fand, was ich brauchte: Ein Seminar, angeboten mit dem Titel: „Eltern begleiten“.

Da fühlte ich mich natürlich gleich angesprochen. Super, dauert nur ein Wochenende, ist leistbar und dann weiß ich auch, wie ich in Zukunft solche Situationen handlen kann.

Auf meine Anfrage habe ich allerdings das hier bekommen:

Männchen mit Stoptafel

Beginnen Sie bitte am Anfang!

Auf meine Anmeldung zu dem Seminar bekam ich eine Antwort, die in etwa so lautete: „Leider ist dieses Seminar ein Bestandteil des Pikler-Intensivkurses. Wenn sie sich für die Fortbildung interessieren, können Sie sich gerne für den Basiskurs anmelden. Der nächste Basiskurs beginnt bereits in 3 Wochen!

Das Curriculum bestand damals aus einem Jahr Basiskurs, dem Aufbaukurs im zweiten Jahr (jeweils 4 Wochenenden) und dem Intensivkurs (unter anderem mit dem Seminar, das ich besuchen wollte) im dritten Jahr!

Vielleicht kannst du dir vorstellen, was diese Information in der folgenden Woche in meinem Kopf gemacht hat. Meine Situation im Jahr 2004 war in etwa so: Während ich mich selbst gemeinsam mit zwei kleinen Kindern durch den Alltag jonglierte musste ich mir überlegen, woher ich das Geld für diese Fortbildung nehmen könnte. Wir hatten uns gerade dafür entschieden, unseren Kindern die Umgebung des Storchennestes zu ermöglichen – und ein Urlaub in Griechenland war auch schon gebucht…

Dank meines Mannes, der mich so stark ermutigt hat, habe ich mich also damals Hals über Kopf in diese Fortbildung gestürzt. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

in Griechenland (September 2004)

Von der Fortbildung zur Ausbildung

12 Jahre hat es für mich gedauert, bis ich die Ausbildung zur Pikler-Pädagogin 2015 mit einer Diplomarbeit abgeschlossen habe. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich mich erst auf eine Fortbildung eingelassen habe, die sich erst Jahre später zur Ausbildung entwickelte. Das neu entstandene Curriculum erforderte mehrere Seminare in Budapest sowie eine abschließende Diplomarbeit.

Ich glaube, dass ich bei den ganz ersten Fortbildungsjahrgängen dabei war, die von der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft Österreich angeboten wurden. 2005 fuhr ich das erste Mal nach Budapest ins Loczy (Pikler-Institut), um dort mein erstes Seminar zu besuchen und Anna Tardos (Tochter Emmi Piklers und langjährige Institutsleiterin) kennenzulernen.

Im Laufe der Jahre habe ich 5 Seminare in Budapest besucht, nach der dreijährigen Fortbildung noch 2 Jahre Praxisbegleitung mitgemacht, und sogar schon einen Kurs für graduierte Pikler-Pädagoginnen besucht.

Es hat lange gedauert, bis ich mich dazu durchgerungen habe, die abschließende Diplomarbeit auch tatsächlich zu schreiben. Ich war der Meinung, dass ich das nicht könne (negative Deutsch-Matura sei Dank!). Dank viel Ermutigung von allen möglichen Seiten setzte ich mich dann doch noch hin und schrieb meine Diplomarbeit zum Thema: „Konfliktbegleitung im SpielRaum“.

Seit Juni 2015 bin ich zertifizierte Pikler-Pädagogin 🙂

Pikler Diplom
Was ist die Pikler-Pädagogik?

Was ist die Pikler-Pädagogik?

Die Beobachtungen und Erkenntnisse Emmi Piklers haben in den letzten Jahren in vielen Krippeneinrichtungen Einzug gehalten hat. In Form von Pikler®-SpielRäumen wird Piklers Haltung dem Kind gegenüber von langjährig ausgebildeten PädagogInnen in Familien getragen. Das Interesse an dem pädagogischen Ansatz ist erst in den letzten 30 Jahren stark gestiegen, obwohl Pikler selbst bereits vor dem ersten Weltkrieg ihre ersten Erkenntnisse und Beobachtungen dokumentierte.

Die Pikler-Pädagogik ist keine bestimmte Methode oder Vorgehensweise. Vielmehr lehrt sie uns, eine Haltung einzunehmen, mit der wir das Kind als autonomen und kooperativen Partner wahrnehmen und uns gleichzeitig unserer Führungsverantwortung bewusst sind. Diese Haltung setzt das Wissen um die kindliche Entwicklung und deren Bedürfnisse voraus.

„Wir wollen keine Richtung vorgeben, sondern einen anderen Blick auf das Kind zeigen. Es geht darum, was es bedeutet, respektvoll mit dem Kind umzugehen, ihm Raum für seine Selbstständigkeit zu geben.(…) Und gleichzeitig wird es in die Ordnung und die Regeln seiner Umgebung eingeführt.(…) Der Erwachsene muss das Kind in seinem eigenen Rhythmus, mit seinen Initiativen respektieren und begleiten und in gleicher Weise dafür sorgen, dass es sich in die Gemeinschaft einfügen kann.

(Anna Tardos, Tochter Piklers in „Pikler-Ein Theorie-und Praxisbuch für die Familienbildung; Astrid Gilles-Bacciu | Reinhild Heuer (Hrsg.), S. 23 ff)

Die Grundpfeiler der Pikler-Pädagogik

Beziehungsvolle Pflege

Die täglich oftmals wiederkehrenden Situationen wie Wickeln, Füttern, Aus-und Anziehen oder Baden werden zum Beziehungsangebot. In der Pflege wird dem Säugling/Kleinkind Geborgenheit und Zutrauen vermittelt, indem der Erwachsene langsam handelt, seine Tätigkeiten ankündigt und dem Kind die Möglichkeit zur Kooperation, zum Mitmachen gibt. Das Kind erlebt seine soziale Kompetenz und eine sichere Bindung zum Erwachsenen. Dadurch entsteht emotionale Sicherheit, die als Grundlage für selbstständige Erkundungen und Tätigkeiten gilt.

Kleinkind in der Badewanne hält ein Tuch und Seife in der Hand. Eine weibliche Erwachsene steht lächelnd und aufmerksam daneben.
„Behandeln wir Kinder nie mechanisch. Behandeln wir es nie wie einen leblosen Gegenstand, wie klein es auch sein mag. Nehmen wir Rücksicht!“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

Freie Bewegungsentwicklung

Jedes gesunde Kind besitzt von Natur aus die Fähigkeit, seine motorischen Fertigkeiten selbst zu entwickeln. Um vom Liegen ins Stehen und letztlich zum Gehen zu kommen, braucht es keine Animation oder ein Training, jedoch eine dem Entwicklungsalter des Kindes angepasste vorbereitete Umgebung. Der Erwachsene stellt sicheres und anregendes Material zur Entfaltung bereit und begegnet dem Kind mit Vertrauen in seine Fähigkeiten und echtem Interesse an seinem Tun.

„Der Säugling lernt im Laufe seiner Bewegungsentwicklung nicht nur sich auf den Bauch zu drehen, nicht nur das Rollen, Kriechen, Sitzen, Stehen oder Gehen, sondern er lernt auch das Lernen.“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

-> 5 Gründe, warum freie Bewegungsentwicklung für dein Baby sinnvoll ist

-> Hilfe, mein Baby verweigert die Bauchlage!

Freies Spiel

Von Geburt an ist der Säugling interessiert an sich und seiner Umwelt. Die freie Aktivität ermöglicht eine selbstbestimmte Auseinandersetzung mit den äußeren Gegebenheiten. Das Kind entscheidet, womit und wie lange es sich beschäftigen möchte, denn die Art und Weise dieser Beschäftigung hängt vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes ab. Damit ein Kind selbstständig aktiv sein kann, benötigt es einen sicheren, ruhigen Ort, geeignetes Spielmaterial und die Bereitschaft des begleitenden Erwachsenen, einen sicheren Hafen zu bieten und Anteil an seinen Erfahrungen zu zeigen.

„Er lernt sich selbstständig mit etwas zu beschäftigen, an etwas Interesse zu finden, zu probieren, zu experimentieren. Er lernt die Freude und die Zufriedenheit kennen, die der Erfolg – das Resultat seiner geduldigen, selbstständigen Ausdauer für ihn bedeutet.“
Emmi Pikler (in „zufriedene Babys – zufriedene Mütter“)

-> Die Spielentwicklung im ersten Lebensjahr

-> 7 Tipps für eine optimal vorbereitete Spielumgebung

-> 3Tipps für freies Spiel in den ersten Lebensjahren

Beobachtung und Reflexion statt Dogmatismus

In der Pikler-Arbeit geht es nicht darum, zwischen gut und schlecht oder falsch und richtig zu entscheiden. Die pädagogische Arbeit beinhaltet Selbstreflexion und Situationsanalysen, sowie Anregungen zur vorbereiteten Umgebung und den Transport entwicklungspsychologischer Gegebenheiten. Ziel der Pikler-Pädagogik ist es, das Kind und seine Bedürfnisse zu verstehen und darauf liebevoll auf Augenhöhe zu reagieren.

„Aber nicht alles ist vorgeschrieben. In unseren Krippengruppen wird in vielem unterschiedlich gehandelt. Wir besprechen aber die Situationen und Abläufe, dann beobachten und kontrollieren wir die Umsetzung und tauschen wieder unsere Beobachtungen aus. Das ist eine fortwährende kreative Arbeit.“

Anna Tardos, Tochter Piklers in „Pikler-Ein Theorie-und Praxisbuch für die Familienbildung; Astrid Gilles-Bacciu | Reinhild Heuer (Hrsg.), S. 23 ff)

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